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Dissertationsprojekt

„Erfolgreiches“ Hochaltern? Alternskonzepte für das 9. Lebensjahrzehnt

Frau Plugge beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten „erfolgreicher“ Alterungsprozesse. Der demografische Wandel zeigt aufgrund der steigenden Lebenserwartung eine zunehmend älter werdende Gesellschaft auf, in der die Anzahl Hochaltriger auch in Zukunft stark wächst. Aufgrund der demografischen Alterung ist es relevant zu überprüfen, inwiefern Altern im 9. Lebensjahrzehnt „erfolgreich“ gestaltbar ist und welche Voraussetzungen hierfür erforderlich sind. 

Inwiefern die Bevölkerung bis ins hohe Alter erfolgreich altert, ist kaum erforscht. Vielmehr bezieht sich die aktuelle Forschung erfolgreichen Alterns auf die über 65-Jährigen, d.h. Konzepte erfolgreichen Alterns sind bisher für Hochaltrige empirisch nicht überprüft und inhaltlich und methodisch nicht adäquat angepasst. Limitationen in Alter(n)smodellen sind häufig fehlende Berücksichtigung subjektiver Definitionen erfolgreichen Alterns Älterer und zu starke Fokusse auf einseitig objektive Kriterien wie chronische Erkrankungen.

Empirische Analysen mittels eines Repräsentativdatensatzes Hochaltriger in Nordrhein-Westfalen (NRW80plus, N=1.863) sollen erstmalig dazu beitragen, anhand logistischer und linearer Regressionsmodelle eine Bestandsaufnahme „erfolgreich“ Alternder in Deutschland zu geben. Das Ziel neben der empirischen Überprüfung ist die normativ kritische Neukonzeptionierung erfolgreichen Hochalterns mit Ergänzungen aus dem CHAPO-Modell (The Challenges and Potentials Model of Quality of Life). Dieses Modell bildet Lebensqualität als komplexes Konstrukt holistisch und anhand subjektiv bewerteter und objektiv erfasster Kriterien sowie mit Berücksichtigung eines Umwelt-Person-Kontinuums ab. 

Idealzustände „erfolgreichen“ Alterns

Kurzbiografie

Marina Plugge, M.Sc. studierte Kommunikationswissenschaft, Soziologie und empirische Sozialforschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, an der schwedischen Universität Högskolan i Skövde und an der Universität zu Köln. Sie ist seit Februar 2019 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im NRW Forschungskolleg GROW und promoviert zu Konzepten „erfolgreicher“ Alterungsprozesse im 9. Lebensjahrzehnt. Vor ihrer wissenschaftlichen Mitarbeit war sie Mitarbeiterin in der interdisziplinären Forschungseinrichtung ceres (Cologne Center for Ethics, Rights, Economics and Social Sciences of Health) im Projekt NRW80plus, welches Daten zur Untersuchung der Lebensqualität und des subjektiven Wohlbefindens hochaltriger Menschen in NRW erhebt. In ihrer Masterarbeit hat sie die Daten der vorangestellten Machbarkeitsstudie zum Thema Gesundheit, soziale Einbettung und Lebenszufriedenheit Hochaltriger ausgewertet.