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Dissertationsprojekt

Caring Community Köln – Hinderliche und förderliche Faktoren zur Implementierung eines partizipativen Runden Tisches zur Verbesserung der Versorgung und Begleitung im letzten Lebensjahr

Die Sorge um den Prozess des Alterns, die Versorgung im fortgeschrittenen Alter sowie die letzte Lebensphase sind im öffentlichen Diskurs zwar präsent, werden aber trotz ihres existenziellen Vorhandenseins als privates Thema betrachtet. Zur Bewältigung dieser Thematik rückt zunehmend ein gesellschaftliches Beteiligungsformat in den Vordergrund – das der Caring Communities, mit dem die sensiblen und oft tabuisierten Themen in einen offenen und sorgenden Raum eingebunden werden können.

In Köln besteht der politische Wille, einen partizipativen Runden Tisch einzuführen, moderiert von der Stadt und dem Palliativ- und Hospiznetzwerk Köln. Dieser soll unter Einbeziehung von Politik, Zivilgesellschaft und Akteuren des Gesundheits- und Sozialsystems ein integrierendes Sorgenetzwerk aufbauen und als permanentes Forum verstanden werden. Bestehende Angebote und Hilfsmöglichkeitensollen werden gebündelt und analysiert, bestehende Erfahrungen berichtet und gemeinsam Konsequenzen für Verbesserungen diskutiert und ebenso neue Ideen und Initativen entwickelt. Gelingen kann dieses gemeinschaftliche Sorge-Arrangement jedoch nur, wenn bei den gesellschaftlichen Organisationen und Stakeholdern ein Gefühl der Verantwortung und Selbstverpflichtung für die Thematik „letzte Lebensphase“ entwickelt wird.

Das Dissertationsprojekt von Frau Valerius untersucht dabei mithilfe partizipativer Aktionsforschung, durch Interviews mit Praxispartnern, Fokusgruppeninterviews sowie teilnehmender Beobachtung, welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen notwendig sind, um Caring Communities in der Praxis umzusetzen. Angesichts des breiten Akteurs- und Interessensgruppenfeldes werden zudem der Partizipations- und Verständigungsprozess analysiert: Wer verfolgt welche Interessen, welche Faktoren bewirken eine Teilnahme, welche Faktoren wirken einer Teilnahme am Runden Tisch entgegen? Welche Themen werfen Kontroversen auf, die den Aufbau eines gemeinsamen Netzwerkes behindern? Kurzum: Was sind hinderliche und förderliche Faktoren zum Aufbau eines partizipativen Runden Tisches zur Verbesserung der Versorgung und Begleitung im letzten Lebensjahr? Gelingt die Realisierung dieses Vorhabens, stellt Köln die erste Großstadt innerhalb Europas dar, die eine umfassende bedürfnisorientierte Begleitung am Ende des Lebens und somit Wohlbefinden bis ins hohe Alter für ihre Bürger*innen ermöglicht.

Kurzbiografie

Lisa Valerius, M.A., absolvierte ihr Bachelorstudium der Soziologie und Politikwissenschaft an der TU Darmstadt. In ihrer Bachelorarbeit beschäftigte sie sich mit dem Thema „Die Gefahr der Altersarmut durch den demographischen Wandel – Maßnahmen zur Sicherung der Altersvorsorge in einer alternden Gesellschaft“. Das Masterstudium Sozialwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum schloss Frau Valerius im Dezember 2017 mit einer Arbeit zum Thema „Lokale Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Ältere - Eine empirische Analyse von Bedingungsfaktoren für die Verstetigung altersgerechter Versorgungsansätze“ erfolgreich ab. Während ihres Masterstudiums war sie als Wissenschaftliche Hilfskraft sowohl am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum sowie bei der InWIS Forschung & Beratung GmbH in Bochum tätig.

Nach Abschluss ihres Studiums bis zu ihrer wissenschaftlichen Mitarbeit im NRW Forschungskolleg GROW war Frau Valerius im Bereich der Sozial- und Gesundheitsplanung in der kommunalen Verwaltung beschäftigt.