zum Inhalt springen
Dissertationsprojekt

Oberberg_FAIRsorgt – Evaluation der ländlichen Notfallversorgung von pflegebedürftigen Senioren in der stationären Altenpflege

Die medizinisch- pflegerische (Notfall) -versorgung stellt in der Versorgungslandschaft der Bundesrepublik Deutschland eine große Herausforderung dar. Zunehmende Vulnerabilität und Multimorbidität setzen komplexe Behandlungsstrukturen voraus, sodass die Nachfrage nach bedarfsgerechten Versorgungsleistungen stetig ansteigt. Dauerhafte Gesundheits-, Autonomie- und Funktionseinschränkungen und zunehmende Pflegebedürftigkeit verändern die Ansprüche an eine patientenzentrierte Versorgungssituation. Es bedarf institutionenübergreifender Hilfeleistungen, die ein multiprofessionelles Zusammenwirken medizinischer, pflegerischer und sozialer Institutionen sowie die Organisation transsektoraler, integrativer Versorgungslandschaften im mehrdimensionalen Sinne erfordern.

„[…] was für den Patienten in diesem zunehmend unübersichtlicher werdenden Dschungel „Medizin“, mit seinem Alter und seiner Multimorbidität [wichtig ist], dass er eine Stelle hat, an die er das delegieren [kann] “ (Interview Experten 2).1

 „Was mich sehr erstaunt hat, wie viel parallel existiert, ohne voneinander zu wissen.
Also ein Paralleluniversum, ohne Ende“ (Interview Experten 3).1

Eine Innovation in der vernetzten Versorgungslandschaft stellt das Innovationsfondsprojekt „Oberberg_FAIRsorgt“ dar. Das Projekt verfolgt primär das Ziel, durch den Einsatz transsektoraler, bedarfsgerechter Leistungserbringungen Versorgungslücken zu schließen und somit die Lebensqualität und Lebenserwartung pflegebedürftiger Senioren im Oberbergischen Kreis zu verbessern. Aus ökonomischer Sicht gilt es mit dem Pilotprojekt vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen und Über-, Unter- und/oder Fehlversorgung zu vermeiden.

In Ihrem Dissertationsvorhaben untersucht Frau Özkaytan mit Hilfe von qualitativen Forschungsmethoden, wie die medizinische Notfallversorgung in der stationären Langzeitpflege durch integrative Versorgungsstrukturen in der ländlichen Region -Oberbergischer Kreis- verbessert werden kann.


(1) Assmann, C., Borchers, U., Iseringhausen, O., Körner, H. C., Liebe, C., Rethmeier-Hanke, A., & Wedmann, P. D. B. (2010) Vernetzte Versorgung–regional erprobt. Gesundheitshelfer in Lippe; [71-75]

Kurzbiografie

Yasemin Özkaytan, studierte Logopädie an der Hogeschool van Arnhem en Nijmegen und absolvierte 2015 den Masterstudiengang Lehr- und Forschungslogopädie an der RWTH Aachen.
Schwerpunkt Ihrer mehrjährigen praktischen Berufstätigkeit stellte die ambulante und (akut-) stationäre rehabilitative Versorgung von Menschen mit komplexen Erkrankungen im Fachbereich Neurologie und Geriatrie dar. Diese Inhalte waren außerdem Teil ihrer theoretischen und praktischen Ausbildungstätigkeit an der Döpfer Schulen Köln im Rahmen des Ausbildungsfaches Logopädie.