zum Inhalt springen
Dissertationsprojekt

Telemedizin für ältere Menschen mit chronischer Erkrankung

Evaluation einer telemedizinisch unterstützten Lebensstil-Intervention bei Typ II-Diabetikern

Aufgrund des demographischen Wandels ist ein deutlicher Anstieg altersassoziierter Erkrankungen festzustellen. Solche Erkrankungen verlaufen häufig fortschreitend oder chronisch und führen so zu einer langanhaltenden Belastung für die Betroffenen sowie zu hohen Kosten für das Gesundheitswesen. Insbesondere Diabetes Mellitus (DM) zeigte in den vergangenen Jahren trotz einer insgesamt besseren medizinischen Versorgung eine deutlich steigende Prävalenz mit mittlerweile mehr als 422 Mio. betroffenen Menschen weltweit. Etwa 95 % davon leiden an einem Diabetes Typ 2 (T2DM), dessen Prävalenz mit zunehmendem Alter steigt (1).

Die zwei wesentlichen Hauptrisikofaktoren für T2DM sind Adipositas und fehlende gesundheitsrelevante Verhaltensweisen – zwei Faktoren, die eigentlich sehr gut beeinflussbar sind. Die Anpassung des Lebensstils sollte dementsprechend einen fundamentalen Anteil in der Diabetes-Behandlung darstellen. Doch obwohl dies bekannt ist, zeigen aktuelle Zahlen, dass nur 9,6% aller Diabetes-Patienten in Deutschland eine Lebensstil-Intervention erhalten, während 74% lediglich mit Medikamenten therapiert werden (2).

Frau Dunkel beschäftigt sich daher in Ihrem Dissertationsvorhaben mit innovativen Konzepten zur positiven Anpassung des Lebensstils bei Typ2-Diabetikern mit dem Ziel einer nachhaltigen Veränderung sowie einer Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Betroffenen. Hierbei rückt neben medizinischen und behavioralen Komponenten insbesondere der Einsatz von telemedizinisch unterstütztem Selbst-Monitoring sowie Tele-Coaching in den Fokus. Das Projekt schließt an ein vorangegangenes Projekt aus der ersten Förderphase von GROW an und findet in Kooperation mit der Generali Health Solutions GmbH (GHS) statt

Kurzbiografie

Annalena Dunkel, M.A. studierte von 2011 bis 2014 Erziehungswissenschaft mit sonderpädagogischem Schwerpunkt und evangelische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sowie von 2014 bis 2017 Sport- und Bewegungsgerontologie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Bereits während ihrer Masterarbeit mit dem Titel: „Einsatzmöglichkeiten des Alltags-Fitness-Test zur möglichen Feststellung einer Sarkopenie“ legte sie ihren Schwerpunkt auf altersassoziierte Erkrankungen. Während ihres Masterstudiums arbeitete Frau Dunkel als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ingo Froböse. Hier war sie in ein Kooperationsprojekt mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eingebunden, im Rahmen dessen ein Alltagstrainingsprogramm für Senioren entwickelt und evaluiert wurde.

Seit 2018 arbeitet Annalena Dunkel als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln. Zunächst war sie am Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaftliche Gerontologie angestellt. Seit 2019 gehört sie als Doktorandin dem NRW Forschungskolleg GROW an.


(1) Jacobs, E., & Rathmann, W. (2018). Epidemiologie des Diabetes in Deutschland. Deutscher Gesundheitsbericht, 10.

(2) Schmidt, C., Du, Y., Baumert, J., Reitzle, L., Heidemann, C., Paprott, R., . . . Scheidt-Nave, C. (2019). Diabetes im Blick – Nationale Diabetes-Surveillance. Der Diabetologe, 15(2), 120–127. https://doi.org/10.1007/s11428-018-0419-7